Verfasst von: Lacy La Plante | September 29, 2007

again and again

jaaa ich weiß ich habe vor 20 Minuten einen Eintrag gemacht, aber heute sprudelt es nur so aus mir heraus lol.

Über die Freiheit:

Und ein Redner sagte: Sprich zu uns über die Freiheit.

Und er antwortete:

Am stadttor und an euren Feuerstellen sah ich, wie ihr unterwürfig eure Freiheit angebetet habt wie Sklaven, die sich vor einem Tyrannen in den Staub werfen und ihn preisen, obwohl er sie tötet. Ja, im Hain des Tempels und im Schatten der Zitadelle habe ich die Freisten unter euch beobachtet, wie sie ihre Freiheit wie ein Joch und wie Handschellen tragen. Und das Herz in mir blutete; denn nur dann könnt ihr frei sein, wenn selbst der Wunsch nach Freiheit zu suchen, für euch zum Zügel wird, und wenn ihr davon ablasst, von Freiheit als einem Ziel und einer Erfüllung zu sprechen. Ihr werdet nicht wirklich frei sein, wenn all eure Tage ohne SOrge und eure Nächte ohne Wunsch und ohne Kummer sind, sondern erst dann, wenn all das euch umklammert und ihr dennoch nackt und ungebunden über allem steht. Und wie wollt ihr euch über die Tage und Nächte erheben, ohne die Ketten zu zerbrechen, mit denen ihr am Morgen eures Verstehens eure Mittagsstunde festgebunden habt? Wahrlich, was ihr Freiheit nennt, ist die stärkste dieser Ketten, wenn euch ihre Glieder in der Sonne glitzern und eure Augen blenden. Sind es nicht Teile eures eigenen Selbst, die ihr ablegen wollt, um frei zu werden? Wenn es ein ungerechtes Gesetz ist, das ihr abschaffen möchtet, dann wurde es von eurer eigenen Hand auf eure Stirn geschrieben. Ihr könnt euch seiner nicht entledigen, indem ihr Gesetzbücher verbrennt oder die Stirn eurer Richter abwascht, selbst wenn ihr das Meer darüber ausgießen würdet. Wenn es ein Tyrann ist, den ihr zu Fall bringen wollt, achtet vor allem darauf, seinen in euch selbs errichteten Tron zu zerstören. Denn wie sonst kann ein Tyrann die Freien und Stolzen regieren, außer durch die Tyrannei in ihrer eigenen Freiheit und durch die SChamlosigkeit ihres Stolzes? Und wenn es eine Sorge gibt, die ihr los werden wollt, so wurde diese Sorge eher von euch selbst gewählt, als euch aufgebürdet. Und gibt es eine Angst, die ihr vertreiben wollt, so wohnt sie eher in eurem Herzen als in der Hand dessen, den ihr fürchtet. Wahrlich, all dies umschlingt sich immerzu in euch, das Gefürchtete und das Erhoffte, das Widerwärtigeund das Bewunderte, das Abschreckende und das Erstrebte. All dies bewegt sich in euch wie Licht und Schatten, die sich in Paaren aneinander klammern. Und wenn der Schatten blass wird und vergeht, dann wird das Licht, das bleibt, zum Schatten eines anderen Lichts. Und ebenso wird eure Freiheit, wenn sie ihre Fesseln abwirft, selbst wiederum zur Fessel einer größeren Freiheit.


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